Integrationskurse für Zuwanderinnen und Zuwanderer

Was ist ein Integrationskurs?

Der Integrationskurs ist ein Angebot für alle Zuwanderinnen und Zuwanderer, die auf Dauer in Deutschland leben und nur wenig oder gar kein Deutsch sprechen. Er richtet sich nicht an Kinder und Jugendliche, die noch eine Schule besuchen. Der Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs mit 600 Unterrichtsstunden und einem Orientierungskurs mit 60 Unterrichtsstunden. Neben dem allgemeinen Integrationskurs werden auch spezielle Integrationskurse für Frauen, Eltern und Jugendliche sowie Zuwanderinnen und Zuwanderer angeboten, die noch nicht ausreichend lesen und schreiben können. Wenn Sie schon länger in Deutschland leben, aber noch nicht richtig Deutsch können, gibt es hierfür spezielle Förderkurse. Spezielle Integrationskurse können bis zu 960 Unterrichtsstunden dauern. Lernen Sie besonders schnell, weil Sie zum Beispiel schon eine andere Fremdsprache gelernt haben, können Sie einen Intensivkurs mit 430 Unterrichtsstunden besuchen.

Was lernen Sie im Sprachkurs?

Sie lernen den Wortschatz für alle wichtigen Bereiche des täglichen Lebens und derArbeitswelt. Dabei geht es zum Beispiel um Themen wie Einkaufen, öffentliche Verkehrsmittel, Kontakte mit Behörden, Wohnungssuche, Freizeitgestaltung mit Freunden und Nachbarn sowie Situationen im Alltag. Sie
erfahren, wie man Briefe in deutscher Sprache schreibt, Formulare ausfüllt, telefoniert oder sich um eine Arbeitsstelle bewirbt. Sie üben den richtigen Umgang mit bekannten und mit neuen Wörtern und werden sicher im Umgang mit der deutschen Sprache.

Was lernen Sie im Orientierungskurs?

Sie lernen Deutschland kennen und erfahren das Wichtigste über die Gesetze und die Politik, die Kultur und die jüngere Geschichte Ihrer neuen Heimat. Sie erhalten Informationen ùber Ihre Rechte und Pflichten, aber auch über den deutschen Alltag, Traditionen, Vorschriften und Freiheiten. Die Werte des demokratischen Systems in Deutschland sind wichtige Themen des Kurses. Dabei geht es um Religionsfreiheit, um Toleranz und Gleichberechtigung zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.

Wer kann teilnehmen?

Neu zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer

Wenn Sie nach dem 01.01.2005 zum ersten Mal eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben und auf Dauer in Deutschland leben, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs. Wenn Sie sich nicht oder nur sehr wenig in deutscher Sprache verständigen können, haben Sie sogar
die Pflicht zur Teilnahme. Die Ausländerbehörde stellt Ihnen eine Bestätigung über die Teilnahmeberechtigung aus.

Bereits länger in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländer sowie Unionsbürgerinnen und Unionsbürger

Wenn Sie als Ausländerin oder Ausländer bereits länger und rechtmäßig in Deutschland leben oder wenn Sie Unionsbürgerin oder Unionsbürger sind, können Sie ebenfalls an einem lntegrationskurs teilnehmen. Dazu müssen Sie einen schriftlichen Antrag auf Zulassung zum Integrationskurs stellen. Das ist bei einer RegionalsteÌle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge möglich, die es in jedem Bundesland gibt. Sie können sich auch an einen Kursträger in Ihrer Nähe wenden, der Ihnen bei der Antragstellung hilft. Antragsformulare gibt es bei der Ausländerbehörde, bei den Kursträgern sowie auf den Internetseiten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (www.bamf.de). Auf dieser Internetseite finden Sie auch eine Suchmaschine, mit deren Hilfe Sie Ihre zuständige Regionalstelle oder einen Kursträger in Ihrer Nähe finden können. Sie können sich aber auch an eine Migrationsberatungsstelle für erwachsene Zuwanderer oder einen Jugendmigrationsdienst wenden. Entscheidet das Bundesamt, dass Sie zur Teilnahme an einem Integrationskurs berechtigt sind, erhalten Sie eine Zulassung. Wenn Sie Arbeitslosengeld II erhalten und (auch) wegen Ihrer geringen Sprachkenntnisse keine Arbeit flnden, können Sie zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet werden.

Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler

Sie haben in der Regel einen Anspruch auf kostenlose Teilnahme am Integrationskurs. Diesen Anspruch haben Sie auch als Ehegattin/Ehegatte oder Abkömmling, wenn Sie im Aufnahmebescheid aufgeführt sind. Das Bundesverwaltungsamt stellt Ihnen eine Bestätigung ùber die Teilnahmeberechtigung aus.

Deutsche Staatsangehörige

Als deutscher Staatsangehöriger können Sie an einem Integrationskurs teilnehmen, wenn Sie keine ausreichenden Deutschkenntnisse besitzen und besonders integrationsbedürftig sind. Dazu müssen Sie einen schriftlichen Antrag auf Zulassung zum Integrationskurs bei einer Regionalstelle des Bundesamtes für Migration und Flùchtlinge stellen, die es in jedem Bundesland gibt.

Wie geht es weiter?

Sie können unter den vom Bundesamt zugelassenen Integrationskursträgern frei auswählen und sich dort mit Ihrem Berechtigungsschein zu einem Integrationskurs anmelden. Der Sprachkurs des Integrationskurses besteht aus mehreren TeiÌen, den Kursabschnitten. Der Basis-Sprachkurs hat drei
Kursabschnitte mit jeweils 100 Stunden Unterricht. Auch derAufbau-Sprachkurs setzt sich aus drei Kursabschnitten mit je 100 Unterrichtsstunden zusammen. In einem Einstufungstest wird festgestellt, welcher Kursabschnitt zu Ihren Sprachkenntnissen passt. Sie nehmen immer an dem Kursabschnitt teil, der Ihren persönlichen Kenntnissen und Fähigkeiten und Ihrem individuellen Lerntempo am besten entspricht. Im Laufe Ihres Integrationskurses können Sie von einem Kursabschnitt zu einem anderen wechseln, Kursabschnitte überspringen oder wiederholen.Wenn Sie regelmäßig am Unterricht teilnehmen, steÌlt Ihnen der Kursträger auf Verlangen eine Bescheinigung darüber aus. Nach 600 (beziehungsweise maximal 900 Unterrichtsstunden bei speziellen Kursen) ist der geförderte Sprachkurs zu Ende. Am Ende des Basis-Sprachkurses findet ein Übungstest statt. Im anschließenden Aufbau-Sprachkurs werden die Deutschkenntnisse erweitert und neue Themen bearbeitet. Um Sie auf die Abschluss-Sprachprüfung vorzubereiten, wird kurz vor dem Ende des Aufbau-Sprachkurses ein Übungstest durchgeführt. Das Ergebnis dieses Tests macht es Ihnen möglich, Ihre Sprachkenntnisse einzuschätzen. Nach dem Sprachkurs folgt der Orientierungskurs mit 60 Unterrichtsstunden. Wenn Sie schon ausreichende deutsche Sprachkenntnisse haben, können Sie den Orientierungskurs auch ohne vorherigen Sprachkurs besuchen. Am Ende des Integrationskurses findet ein Abschlusstest statt, der aus zwei Teilen besteht. Im Sprachtest wird geprüft, ob Sie über ausreichende mündliche und schriftliche Deutschkenntnisse verfügen. Im zweiten Teil des Tests wird geprüft, was Sie im Orientierungskurs gelernt haben. Sie können am Abschlusstest teilnehmen, ohne etwas dafür zu bezahlen. Wenn Sie beide Teile erfolgreich bestanden haben, erhalten Sie das,,Zertifikat Integrationskurs“. Wenn Sie im Abschlusstest keine ausreichenden Deutschkenntnisse (Niveau B 1) nachweisen, können Sie den Aufbausprachkurs (300 Stunden) einmal wiederholen. Dazu stellen Sie bitte einen Antrag bei einer Regionalstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Der Abschlusstest ist auch dann wieder kostenlos.

Ansprechpartner

Tatjana Unglaub

Beratung für Integrationskurse, DaF Prüfungen, Einbürgerungstest

Tel.: 0961 48178 – 17

E-Mail: tatjana.unglaub@zrb-weiden.de


Herausgeber:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Referat Steuerung und Qualitätssicherung der Projektarbeit,
Integration durch Sport
Frankenstraße 210
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